Niedertemperaturheizung oder Gasbrennwertheizung?

Niedertemperaturheizungen nutzen nur den Heizwert des Brennstoffes aus.

Brennwertheizungen reduzieren die Abgastemperatur so weit, dass der im Abgas enthaltene (=bei der Verbrennung entstehende) Wasserdampf mehr oder weniger stark auskondensiert und dabei Wärme frei wird.

Durch die höhere Abgastemperatur einer Niedertemperaturheizung kann der Schornstein im Unterdruckbetrieb ziehen, während Brennwertheizungen infolge der niedrigen Abgastemperaturen häufig mit Überdruck arbeiten, d.h. zusätzlich Strom für ein Gebläse verbrauchen.

Bei Erdgas und Flüssiggas entsteht viel Wasserdampf bei der Verbrennung, weshalb es wirtschaftlich lohnenswert ist, Brennwerttechnik zu nutzen.

Durch das Auskondensieren des Wasserdampfes wird das Abgas gereinigt, saure Gase werden ausgewaschen und ins Abwassernetz abgeleitet. Hierdurch werden die Schadstoffemissionen in die Atmosphäre erheblich reduziert.

Das saure Kondenswasser (=niedriger pH-wert) wird mit häuslichen Abwässern vermischt, welche in der Regel meistens einen zu hohen pH-Wert haben (infolge Putz- und Waschmittel). Daher trägt die Gasbrennwertheizung dazu bei, die Kläranlagen zu entlasten.

Nur bei großen Leistungen (in der Regel erst größer 250 kW) wird eine Neutralisationseinrichtung erforderlich, damit die Abwasserkanäle vor zu viel saurem Wasser geschützt werden. (Dies würde sonst dem Beton schaden, nicht der Kläranlage.)

Worauf ist bei Gasbrennwertheizgeräten zu achten?

Das saure Kondensat der Brennwertheizung greift die feuer- und abgasberührten Bauteile des Wärmeerzeugers und der Abgasleitung an.

Diese Werkstoffe sollten daher möglichst säurebeständig sein.

Aluminium ist nicht säurebeständig. Es löst sich zu Aluminiumoxid auf, welches vom Kondenswasser gelöst als schwarze Brühe ins Abwasser ausgeschieden wird. Aluminiumoxid ist toxisch und ökologisch keinesfalls undekenklich. Trotzdem gibt es immer noch Hersteller von Gasbrennwertgeräten, welche Aluminium als Werkstoff für ihre Wärmetauscher verwenden.

Aluminium-Silicium-Gußlegierung ist beständiger, d.h. der Zersetzungsprozeß ist grundsätzlich derselbe, geht nur deutlich langsamer als bei reinem Aluminium. Nachteilig ist, dass die Gußoberfläche rau ist, d.h. schneller verschmutzt als glatte Oberflächen. Wartungsintervalle sind deshalb gegenüber glatten Oberflächen kürzer und zeitaufwändiger. Bei mangelnder Wartung, d.h. fortschreitender Verschmutzung der Wärmetauscheroberfläche, wird der Wärmeübergang gemindert, d.h. der Wirkungsgrad des Heizgerätes verschlechtert sich. Bei großem Temperaturunterschied zwischen Heizungsrücklauf und Wärmeerzeugung treten thermische Spannungen im Aluminium-Silicium-Guß auf. Das Heizgerät muss dann zeitweise die Brennerleistung drosseln und benötigt einige Minuten länger, um auf volle Leistung zu gelangen. Dadurch wird es z.B. morgens nach der Nachtabsenkung etwas langsamer sein als Aluminium- oder Edelstahlgeräte. Die allermeisten Hersteller von Gasbrennwertthermen verwenden den in der Fertigung preiswerten Werkstoff Aluminium-Silicium-Guß.

Edelstahl ist als Werkstoff beständiger als Aluminium oder Aluminium-Silicium-Guß.

Die glatte Oberfläche eines Edelstahlwärmetauschers verschmutzt erheblich weniger, d.h. der Wirkungsgrad des Heizgerätes bleibt stabil und die Wartungsaufwendungen sind geringer.

Abgasleitungen

Gasbrennwertgeräte nutzen die Energie bis auf niedrige Abgastemperaturen, weshalb Sie ein Gebläse benötigen.

Die niedrige Abgastemperatur ermöglicht den Einsatz von Abgasleitungen aus Kunststoff, was gegenüber herkömmlichem Schornstein peiswerter und platzsparender kommt.

Das infolge der niedrigen Abgastemperaturen benötigte Gebläse ermöglicht einen raumluftunabhängigen Betrieb, wenn die Verbrennungsluftzuführung z.B. über den Ringspalt einer konzentrischen Luft/Abgasleitung erfolgt.

Abgasleitungen für Gasbrennwertgeräte sollten korrosionsbeständig sein, da das Kondensat sauer ist und somit Metalle angreift.

Für das innere Rohr (=Abgasrohr) sind Kunststoff, Glas oder Keramik am besten geeignet.

Für das innere Rohr auch geeignet sind Schamotte oder Edelstahl. (Nicht zu verwechseln mit einer Luft/Abgasleitung, welchen innen Kunststoff und außen Edelstahl hat.)

Für das innere Rohr nicht gut geeignet ist Aluminium.

Zur Abgasabführung von Brennwertgeräten sind Schornsteine aus Beton oder Mauerwerk ohne eingezogenes Rohr aus einem der o.g. Werkstoffe nicht geeignet.

Vaillant Gasbrennwerttherme ecoTEC plus

Vaillant verwendet für Gasbrennwertthermen ausschließlich Edelstahl-Glattrohrwärmetauscher.

Vaillant Gasbrennwerttherme ecoTEC exclusiv

Hochwertige Gasbrennwerttherme mit Edelstahl-Glattrohrwärmetauscher und stickoxidreduziertem Brenner. Technologieführend mit Abgassensor zur Überwachung der CO-Emissionen.

Wenn zu dieser Technik ein Internetmodul VRnet ergänzt wird, kann online neben den Bedienfunktionen zusätzlich eine Überwachung der Feuerungsqualität über den CO-Sensor erfolgen. Ein echter Fortschritt z.B. für gewerbliche Vermieter.

Vaillant Gasbrennwertkessel ecoVIT VKK

Dieser hochwertige bodenstehende Gasbrennwertkessel mit einem großen Edelstahl-Glattrohrwärmetauscher verfügt über einen stickoxidreduzierten Brenner und einen sehr großen Kesselwasserinhalt.

Er ermöglicht damit eine echte Parallelschaltung von mehreren Verbraucherkreisen, da er keine Mindestumlaufmenge benötigt.

Dadurch wird weniger Strom verbraucht und ein äußerst stabiler Wirkungsgrad erreicht.

Dieser Kessel mit seinem sehr großen Kesselwasserinhalt ist zudem optimal für Kesselaustausch in der Modernisierung geeignet, da sich Verunreinigungen bzw. Schlamm z.B. eines über 20 Jahre alten Rohrnetzes ohne jedwelchen Schaden am Boden absetzen können. (Gasthermen würden sich bei verunreinigtem Heizungswasser sehr schnell zusetzen und auf Störung gehen.)