Niedertemperaturheizung oder Ölbrennwertheizung?

Niedertemperaturheizungen nutzen nur den Heizwert des Brennstoffes aus.

Brennwertheizungen reduzieren die Abgastemperatur so weit, dass der im Abgas enthaltene (=bei der Verbrennung entstehende) Wasserdampf mehr oder weniger stark auskondensiert und dabei Wärme frei wird.

Durch die höhere Abgastemperatur einer Niedertemperaturheizung kann der Schornstein im Unterdruckbetrieb ziehen, während Brennwertheizungen infolge der niedrigen Abgastemperaturen häufig mit Überdruck arbeiten, d.h. zusätzlich Strom für ein Gebläse verbrauchen.

Bei Heizöl entsteht nicht so viel Wasserdampf bei der Verbrennung als bei Gas, weshalb es wirtschaftlich nur bedingt lohnenswert ist, Brennwerttechnik zu nutzen.

Durch das Auskondensieren des Wasserdampfes wird das Abgas gereinigt.

Die bei Heizöl im Vergleich gegenüber Gas deutlich saureren Gase werden ausgewaschen und ins Abwassernetz abgeleitet. Hierdurch werden die Schadstoffemissionen in die Atmosphäre erheblich reduziert. Dieser Effekt ist bei Ölheizung bzgl. Umweltschutz sehr viel wichtiger als bei Gasheizung, jedoch werden die Werkstoffe des Heizgerätes und der Abgasleitung infolge des saureren Kondensates stärker angegriffen.

Aus diesem Grund sind bei Ölbrennwertheizungen Aluminium- oder Aluminium-Silicium-Guß Wärmetauscher nicht geeignet. Die allermeisten Hersteller verwenden Edelstahlwärmetauscher.

Das saure Kondenswasser (=niedriger pH-wert) wird mit häuslichen Abwässern vermischt, welche in der Regel meistens einen zu hohen pH-Wert haben (infolge Putz- und Waschmittel). Daher trägt die Ölbrennwertheizung meistens dazu bei, die Kläranlagen zu entlasten.

Nur bei großen Leistungen wird eine Neutralisationseinrichtung erforderlich, damit die Abwasserkanäle vor zu viel saurem Wasser geschützt werden. (Dies würde sonst dem Beton schaden, nicht der Kläranlage.)

Worauf ist bei Ölbrennwertheizgeräten zu achten?

Das Kondensat der Brennwertheizung ist sauer, was die feuer- und abgasberührten Bauteile des Wärmeerzeugers und der Abgasleitung angreift.

Der Wärmetauscher, in welchem die Kondensation auftritt sollte deshalb aus Edelstahl sein.

Abgasleitungen von Ölbrennwertgeräten

Ölbrennwertgeräte nutzen die Energie bis auf niedrige Abgastemperaturen, weshalb Sie ein Gebläse benötigen.

Die niedrige Abgastemperatur ermöglicht den Einsatz von Abgasleitungen aus Kunststoff, was gegenüber herkömmlichem Schornstein peiswerter und platzsparender kommt.

Das infolge der niedrigen Abgastemperaturen benötigte Gebläse ermöglicht einen raumluftunabhängigen Betrieb, wenn die Verbrennungsluftzuführung z.B. über den Ringspalt einer konzentrischen Luft/Abgasleitung erfolgt.

Abgasleitungen für Ölbrennwertgeräte sollten korossionsbeständig sein, da das Kondensat sauer ist und somit Metalle angreift.

Für das innere Rohr (=Abgasrohr) sind Kunststoff, Glas oder Keramik am besten geeignet.

Für das innere Rohr auch geeignet sind Schamotte oder Edelstahl. (Nicht zu verwechseln mit einer Luft/Abgasleitung, welchen innen Kunststoff und außen Edelstahl hat.)

Für das innere Rohr nicht gut geeignet ist Aluminium.

Zur Abgasabführung von Brennwertgeräten sind Schornsteine aus Beton oder Mauerwerk ohne eingezogenes Rohr aus einem der o.g. Werkstoffe nicht geeignet.

Unterschiedliche Materialien für Öltanks

Öltanks gibt es in den Materialien PE (Polyethylen), PA (Polyamid=Nylon), GfK (glasfaserverstärkter Kunststoff), Stahl, Beton.

Sie können oberirdisch oder unterirdisch aufgestellt werden.

Unterirdische Tanks unterliegen wesentlich strengeren Vorschriften und sind erheblich teurer, werden daher nur sehr selten eingesetzt.

Unterirdische Betontanks werden fast gar nicht mehr verwendet, da in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht wurden.

Stahltanks korrodieren bzw. müssen aufwändig gegen Korrosion geschützt werden, werden daher selten verwendet.

Glasfaserkunststoff (z.B. Epoxyd) ist der hochwertigste und beständigste aller dieser o.g. Werkstoffe. Daher haben diese Tanks als einziger Werkstoff (außerhalb Wasserschutzgebieten) die Zulassung, oberirdisch (z.B. im Keller) einwandig ohne Auffangwanne ausgeführt zu werden.

Alle anderen Materialien (und GfK innerhalb Wasserschutzgebieten) benötigen eine Auffangwanne oder müssen doppelwandig sein.

Polyethylen (PE) wird durch Diffusion des Heizöls in das Tankmaterial geschädigt. Nach ca. 15-30 Jahren ist die Diffusion so weit durch die Wandung durch, dass der Lagerraum immer stärker nach Heizöl stinkt, und sich die Tanks deformieren/absacken. Dies geht so lange, bis der Hausbesitzer den Geruch nicht mehr ertragen kann, oder bis die Leitungen infolge der abgesackten Tanks brechen. Dann ist der Austausch der kompletten Tankanlage fällig.

Bei Polyamid (PA=Nylon) ist diese Diffusion um den Faktor 6000 geringer bzw. langsamer. Dies wurde vom Fraunhofer Institut nachgewiesen. Heizöltanks aus PA verfügen deshalb materialbedingt über eine wesentlich höhere Lebensdauer als PE-Tanks, Herstellerangaben sprechen von bis zu 90 Jahren.

Die Hersteller von PE-Öltanks haben in den vergangenen Jahren versucht, den materialbedingten Nachteil ihres Produktes durch Schutzbeschichtungen auszugleichen. Ob dies über einen längeren Zeitraum erfolgreich sein wird, ist derzeit noch nicht erwiesen, da es diese Beschichtungen erst einige Jahre gibt.

Füllleitungen aus verzinktem Stahl sind mechanisch stabiler und daher langlebiger und sicherer als Füllleitungen aus PE, da das PE durch Tageslicht (UV-Strahlung) spröde wird und der Kunststoff bei absackenden PE-Tanks dann bricht.

Vaillant Ölbrennwertkessel icoVIT

Vaillant 1
Vaillant 2

Dieser bodenstehende Ölbrennwertkessel vereint die Vorteile der Ölbrennwertheizung mit den Vorteilen eines Kessels.

Ein Kessel hat erheblich mehr Wasserinhalt als eine Therme, benötigt daher keine Mindestumlaufmenge. Dies ermöglicht eine Parallelschaltung von Verbraucherkreisen (spart Strom) und verbessert den Wirkungsgrad bei Teillast.

Dieser Kessel mit seinem sehr großen Kesselwasserinhalt ist zudem optimal für Kesselaustausch in der Modernisierung geeignet, da sich Verunreinigungen bzw. Schlamm z.B. eines über 20 Jahre alten Rohrnetzes ohne jedwelchen Schaden am Boden absetzen können. (Gasthermen würden sich bei verunreinigtem Heizungswasser sehr schnell zusetzen und auf Störung gehen.)

Ein Kessel ist größer gebaut als eine Therme, was einfachere Reinigung/Wartung und in der Regel auch weniger Betriebsstörungen zur Folge hat.

 

Die Bauweise des Vaillant icoVIT mit Sturzbrenner ist die ideale Brennraumgeometrie für Ölbrennwertkessel, vereint alle physikalischen Vorteile für Brennwertnutzung bei Ölheizungen.

Die Regelung hat einen vorbildlichen Bedienkomfort.