Was ist Wärmerückgewinnung?

Mit Wärmerückgewinnung bezeichnet man einen Prozeß, in welchem die Abwärme eines verbrauchten Mediums genutzt wird, um ein anderes nutzbares Medium zu erwärmen.

Welche Arten von Wärmerückgewinnung gibt es?

  1. Man kann die Wärme der verbrauchten Abluft nutzen, um die einströmende Frischluft vorzuwärmen (=kontrollierte Be- und Entlüftung mit Luft/Luft-Wärmetauscher).
  2. Man kann die Wärme der verbrauchten Abluft nutzen, um Heizungswasser und Brauchwasser zu erwärmen (=Wärmerückgewinnung mit Abluftwärmepumpe).
  3. Man kann die Wärme der verbrauchten Abluft nutzen, um die Sole einer Sole/Wasser-Wärmepumpe vorzuwärmen, d.h. die Effizienz der Erdwärmepumpe zu steigern.
  4. Man kann die Wärme des Abwassers nutzen, um Heizungswasser und Brauchwasser zu erwärmen (Abwasserwärmepumpe). Wird z.Zt. nur in Großanlagen eingesetzt.
  5. Die reversible Nutzung einer Erdwärmepumpe zum Heizen und Kühlen ist auch eine Art der Wärmerückgewinnung.
  6. Man kann Abwärme aus vielen gewerblichen oder industrieellen Prozessen nutzen. (z.B. Abwärme eines intensiv genutzten EDV-Serverraumes zurückgewinnen, usw.)

Wärmerückgewinnungsanlage mittels Abluftwärmepumpe

Diese Kompaktanlagen (Kleinwärmepumpen) für Heizung, Lüftung und Brauchwassererwärmung nutzen die Wärmequelle Abluft.

Dies hat im Gegensatz zur Wärmequelle Außenluft Vorteile und Nachteile:

Vorteile:
Abluft hat im Winter höhere Temperatur als Außenluft, d.h. die Wärmepumpe kann eine bessere Leistungszahl erreichen.
Die Energie der Abluft wird zurückgewonnen.
Durch die damit verbundene Wohnraumlüftung wird die Wohnqualität verbessert.
Die Lüftungsanlage mit der Wärmepumpe für Heizung und Brauchwasserbereitung ist alles in einem Gerät kompakt, preiswert und platzsparend untergebracht.
Eine Heizpatrone als Zusatzheizung ist werksseitig bereits enthalten und wird von der elektronischen Regelung bei Bedarf dreistufig zugeschaltet. Dies kann vom Betreiber manuell unterdrückt werden (= mit Gewalt Strom sparen).

Nachteile:
Die Abluft ist i.d.R. zwar wärmer als die Außenluft, jedoch mengenmäßig begrenzt. Wenn man die Grenzen der DIN 1946 nicht überschreiten möchte, kann man daher nicht beliebig viel Energie aus der Abluft zurückgewinnen.
Daher sind Außenluftwärmepumpen i.d.R. erheblich stärker als Abluftwärmepumpen.
Für Abluftwärmepumpen ist daher häufig eine zusätzliche Wärmequelle erforderlich.
Je größer das Haus, desto häufiger ist die Zusatzheizung notwendig.

Insgesamt bringen diese Systeme aber nur kleine bzw. kleinste Leistungen und sind insbesondere an kalten Wintertagen viel zu schwach, um ein Gebäude ausreichend monovalent zu beheizen. Dies bedeutet, dass die Elektrozusatzheizung häufig zugeschaltet wird, was den Stromverbrauch deutlich erhöht.

Wir raten von derartigen Anlagen daher ganz entschieden ab.

Wärmerückgewinnungslüftungsanlagen

Diese kontrollierte Be- und Entlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung arbeiten unabhängig einer Heizungsanlage, d.h. sind reine Lüftungsanlagen und somit nicht zu verwechseln mit den Abluftwärmepumpen und Kompaktanlagen, welche Heizung, Lüftung und Brauchwasser beinhalten.

Sie haben einen Kreuz-Gegenstrom-Wärmetauscher, welcher im Unterschied zu einem Kreuzstrom-Wärmetauscher eine deutlich größere Wärmetauscherfläche und damit einen höheren Wirkungsgrad hat.

Infolge des höheren Wirkungsgrades wird die Frischluft auch im Winter fast so warm als die Raumluft, weshalb auf ein elektrisches Nachheizregister verzichtet werden kann.

Die Abtauautomatik der Regelung ermöglicht, auf ein elektrisches Vorheizregister zu verzichten.

Durch den konsequenten Verzicht auf diese Stromverbraucher und den Einsatz von regelbaren Gleichstromventilatoren ist der Stromverbrauch moderner Geräte erheblich geringer als bei herkömmlichen Geräten.