Stückholzheizung

Welche Arten von Stückholzheizung gibt es?

Heizen mit Stückholz ist so alt wie die Menschheit selbst. Daher gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, Bauformen, Herstellern und Produkten.

Grundsätzlich unterscheidet man die verschiedenen Anlagen in

  1. Aufstellungsort (im Heizraum, im Wohnzimmer, usw.)
  2. welchen Nutzen sie haben (Einzelöfen, Grundöfen oder Zentralheizungen)
  3. welche Feuerungstechnik angewandt wird (Durchbrand oder Holzvergaser)

Was ist der Unterschied zwischen Einzelofen, Grundofen und Zentralheizungkessel?

Die Namen sagen es bereits teilweise aus:

1. Ein Einzelofen heizt nur den Aufstellungsraum bzw., wenn er in der Mitte zwischen mehreren Räumen steht, die angrenzenden Aufstellungsräume.

Die Wärmeverteilung in die verschiedenen Räume ist nicht bzw. nur sehr eingeschränkt steuerbar. Dies führt bei modernen Niedrigenergiehäusern oder modernisierten Altbauten in der Regel dazu, dass der Aufstellungsraum bzw. die Aufstellungsräume (z.B. Wohnzimmer/Esszimmer) sehr schnell viel zu warm werden, während andere Räume (z.B. Kinderzimmer, Bad, usw.) noch fast gar nichts von der Wärme abbekommen haben.

Folge davon ist, dass das Wohngefühl innerhalb kurzer Zeit von „angenehm“ in „viel zu warm“ umschlägt und man dann das Feuer zwangsläufig ausgehen lässt. Daher verbessern Einzelöfen die Jahresgesamtbilanz an Heizkosten nur unwesentlich.

2. Um diese Nachteile zu kompensieren, verkauft das Ofenbauerhandwerk so genannte Grundöfen. Diese recht teuren Konstruktionen (das Wort „Konstruktion“ trifft den Sachverhalt, da es sich häufig um kunstvolle Unikate handelt, welche dann funktionieren, wenn der Ofenbauer sein Handwerk versteht) zielen darauf ab, die Feuerungswärme über Rauchgaszüge und Luftzüge dorthin zu verteilen, wo man sie haben möchte. Da sich dies alles in dem ummauerten Bereich des Kachelofens abspielt, sind die Kosten hoch und die räumliche Verteilung der Wärme gering. Es werden hauptsächlich die angrenzenden Räume zentral von innen beheizt. Früher gab es sehr viele derartige Heizungen als Warmluftheizung, was jedoch erhebliche Nachteile bzgl. „Thermische Behaglichkeit“ (vgl. diesen Menüpunkt) hat. Leider kommt die Warmluft in der Regel im Raum von innen, was i.d.R. unerwünscht bzw. unbehaglich ist.

3. Mit Holzheizkessel bezeichnet man Holzfeuerungen, welche Heizungswasser erwärmen. Damit sind alle Vorteile der Wasserheizung sowohl preislich, technisch, regelungstechnisch, praktisch und bzgl. der Thermischen Behaglichkeit möglich. Das Wärmeträgermedium Wasser ermöglicht, die Wärme an die entlegensten Stellen des Hauses zu transportieren und dort auf die jeweils gewünschte (thermisch behagliche) Art und Weise abzugeben.

Holzheizkessel im Heizraum überhitzen das Wohnzimmer natürlich nicht, da die Wasserheizung gut regelbar ist. Jedoch möchten viele Menschen das Feuer im Wohnzimmer durch die Scheibe des Kaminofens sehen.

Holzheizkessel im Wohnzimmer (=Kaminofen mit Wasserregister) überhitzen das Wohnzimmer zumindest sehr viel weniger als Einzelöfen, da das Wasserregister ca. 2/3 der Wärme an den Pufferspeicher der Zentralheizung abführt. Damit ist sowohl Wohnkomfort als auch Wirtschaftlichkeit sehr viel besser als bei einem Einzelofen oder einem Grundofen.

Worin unterscheidet sich die Feuerungstechnik?

vor allem in den Schadstoffemissionen.

Die allermeisten Kaminöfen und Kachelöfen sind Feuerungen mit „Durchbrand“, d.h. brennen von unten nach oben. Brennstoff, Glutbett, die langen gelben Flammen der leicht flüchtigen Bestandteile (CH-Verbindungen) des Holzes sowie die kurzen roten Flammen der Kohlebestandteile (C-verbindungen) des Holzes, all dies ist in einem mehr oder weniger großen Durcheinander im Brennraum vereint. Gerade so, wie das Holz von Hand aufgelegt wird.

Sicherlich haben Sie es schon einmal beobachtet: Wenn neues Holz aufgelegt wird, ist kurze Zeit Ruß an der Schornsteinmündung zu sehen.

Bis das neu aufgelegte Holz erwärmt wird, und die flüchtigen Bestandteile vergast sind, herrschen schlechtere Verbrennungszustände als wenn die Glut ruhig und sauber ausbrennt. Man sieht dies an den gelben Flammen. Die helle gelbe Farbe sind kleinste heiß glühende Rußpartikelchen. Je gelber eine Flamme, desto mehr Ruß produziert die Verbrennung. Je roter die Flamme (bei Holz rot, bei Gas oder Öl blau), desto sauberer die Verbrennung.

Diese Erkenntnisse werden mit der Holzvergasertechnik konsequent umgesetzt.

Der grundlegendste Unterschied ist, dass die Flammen nach unten abbrennen.

Oben liegt das noch kältere neue Holz, welches sich zuerst erwärmen, dann ausgasen und dann ausbrennen muss. Unten liegt das heiße, sauber brennende Glutbett.

Das Holz durchläuft diese wichtige Reihenfolge, indem es immer weiter nach unten rutscht. Daher muss das Feuer unbedingt nach unten abbrennen.

Hierzu ist entweder eine speziell angeordnete Geometrie und/oder ein Rauchzuggebläse erforderlich.

Modernere Holzvergaserkessel verfügen zudem unten über eine Wirbelkammer aus hochhitzebeständigen Werkstoffen, damit die langen gelben Flammen (d.h. der Ruß der flüchtigen Bestandteile des Holzes) verwirbeln und sehr heiß sauber vollständig ausbrennen.

Durch die Holzvergasertechnik wird der entscheidende Schritt bei der Stückholzheizung weg von der „Dreckschleuder“ hin zu umweltfreunlichem Heizen vollzogen.

Daher werden grundsätzlich nur Holzvergaserkessel staatlich gefördert, wobei die modernen Förderrichtlinien sogar noch höhere Anforderungen stellen (Verbrennungsregelung, Emissionsgrenzwerte, Wirkungsgrad-Mindestwerte, Mindestmenge Wasserpufferspeicher, usw.)

Ein Kaminofen bzw. Kachelofen ist daher bzgl. der Schadstoffemissionen in keinster Weise vergleichbar mit einem modernen Holzvergaserkessel.